(p)urweiblich

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Hier geht's ums Leben. Darum, es ganz bewußt lebendig und erfüllt zu gestalten. Spirituell im Alltag und im Körper einer Frau. Und um alles, was ich als BewusstSEINs Coach so spannend finde, dass ich es mit Euch teilen möchte. Viel Spass damit!

28. Januar 2016

Humor ist, wenn man trotzdem lacht

In dieser Woche hat mich ein Buch tief berührt: „Nana ...der Tod trägt pink.“

Es dokumentiert die letzten 1 ½ Jahre im Leben einer 20jährigen. Es ist die Zeit zwischen der Diagnose „Ewing Sarkom“ und ihrem Tod im Januar 2012.  Was tut man als junger Mensch, gerade das Abi in der Tasche und plötzlich sieht man sich mit einer solchen Diagnose konfrontiert, ahnt von Beginn an, daß dies der Anfang vom Ende ist?

Das Buch beschreibt eindringlich, wie Nana ihren ganz eigenen Weg findet, mit der lebensbedrohlichen Situation umzugehen. Zwischen Chemotherapie, Übelkeit und Haarverlust, fängt Nana an ihre Kreativität auf ganz eigene Weise auszuleben. Gemeinsam mit ihrer Mutter, und später auch mit verschiedenen professionellen Fotografen, beginnt sie, sich fotografieren zu lassen. Dabei schminkt sie sich selbst, entwirft im Vorfeld sorgfältig Szenarios, entscheidet über Outfit und Accessoires. Alles wird penibel entworfen und aufeinander abgestimmt.

Nana ergibt sich nicht einfach dem Tod, sie kämpft aber auch nicht nur gegen ihn. Die Bilder, die entstehen, dokumentieren beeindruckend, wie sie beginnt, auf diese Weise ihr Leben, trotz der schweren Krankheit, lebendig zu gestalten. Während sie, ab einem gewissen Punkt, zur gleichen Zeit bewußt auf ihr Sterben zugeht.
Nana beginnt, ihre Fotos auf Facebook zu stellen, wo sie öffentlich mit ihrem Sterben umgeht und sich mutig sogar mit Glatze zeigt. Sie wirkt lebendig, eigenwillig, inspiriert und zugleich tief traurig - sich dessen, was geschieht, voll bewußt.

Und Nana behält ihren Humor - auch wenn er rabenschwarz ist. Aber was ist das schon, „rabenschwarzer Humor“? Ist Humor nicht immer das Lachen über die Unwägbarkeiten des Lebens, die ausnahmsweise nicht uns, sondern anderen passieren? Wo wirklich ist der Unterschied, zwischen einem Stolpern, einem gegen die Stirn des Clowns geknallten Besenstiel und einem Witz über Krebs? Gibt es da tatsächlich einen Unterschied, oder ist der nur graduell? Wo liegt die Schmerzgrenze für den Satz „Darüber macht man keine Witze.“? Doch nur da, wo wir, ganz individuell, mit einer „toternsten“ Situation nicht mehr umgehen können. Da, wo wir nicht mehr bereit oder in der Lage sind, ein Ereignis als natürlichen Teil des Lebens anzunehmen, weil es zu bedrohlich erscheint.

Spiritualität ist für mich ein Weg zu erkennen: Das ganze Leben ist spirituell. Und der Sinn des Lebens, ist leben. Und zwar in dem Moment, wo es geschieht. Immer das anzunehmen, was ist und es einfach lebendig zu gestalten, wie Nana. Humor und Lachen sind einfach ein Teil des Lebens. Eine Art, mit der wir manchmal einen Moment lang einen schrägen Blick auf unsere Situation werfen. Indem wir sie humoristisch betrachten, bekommen wir eine kleine Verschnaufpause und haben die Chance, die Dinge aus einer anderen Perspektive zu sehen. So können wir uns neu positionieren und leichter annehmen, was ist.

Humor und Spiritualität/Leben, sind für mich nicht voneinander zu trennen. Der Sinn des Lebens, ist leben – und Humor ist, wenn man trotzdem lacht :-)

13. Januar 2016

Denn wir wissen nicht, was wir tun?


Ich bin nicht perfekt. Wer ist das schon? Lange habe ich versucht, es zu werden. Ich bekenne mich schuldig, an Perfektionitis zu leiden. Und ich habe auch wirklich geglaubt, es gäbe eine Ziel, das ich nur erreichen müsste, damit alles an mir „richtig“ ist.

Doch irgendwann ist mir dann ein Licht aufgegangen: Merken wir den alle gar nicht, wie wir ständig damit beschäftigt sind, jemand anderer zu werden, als wir sind?

Unsere gesamte alternative „Heil“-Kunst und Esoszene ist darauf ausgerichtet. Es geht immer nur darum, daß irgendetwas mit uns NOCH nicht stimmt:  Wir müssen hier noch etwas verändern, loslassen, transformieren und sind dort noch nicht „in der Liebe“. Ständig.

Wir haben uns davon abgewandt, andere zu kritisieren. Dafür sind wir kräftig damit beschäftigt, es bei uns selbst zu tun.

Und wir haben ja einen guten Grund: wir wollen doch nur endlich „Erleuchtung“. Und – wie das Wort schon sagt – die gibt es nur, wenn wir komplett voller Liebe und Licht leuchten. Und es wird uns immer wieder suggeriert, daß wir das nicht allein erreichen können. Wir brauchen Hilfe, wenn wir nur DIE eine perfekte Methode finden wollen, mit der wir das schaffen können. 

Ist das so? Ich glaube es nicht mehr.

Wir Therapeuten/Coaches erzählen unseren Patienten/Klienten ständig, daß sie sich so annehmen müssen, wie sie sind. Die Formel heißt: Erkennen, annehmen und dann … loslassen. Aber ist das nicht auch wieder eine Ablehnung?

Letztendlich veranstalten wir den ganzen Zauber doch nur, damit ES (was immer das auch im speziellen Fall/Moment ist), sich endlich verändert. Wir wollen einen Teil von uns nicht so haben, wie er ist. Also doktern wir so lange daran herum, bis wir – scheinbar – die Ursache erkannt und transformiert haben. Und endlich: die Erlösung. Wir fühlen uns wunderbar, leichter, hoffnungsvoll. Doch wie lange hält das an? Bis zum nächsten „Spiegel“, der uns über den Weg läuft und brav den „Arschengel“ für uns spielt. 

Wer kennt das nicht: Es gibt Themen, die scheinen kein Ende zu nehmen. Auch nach der fünften Familienaufstellung, dem zehnten schamanischen/ klangtherapeutischen/ wasauchimmer Workshop, dem zwanzigsten Therapeutengespräch – das Thema will sich einfach nicht auflösen, nicht verschwinden. Es klebt an uns, wie eine eklige Klette, die wir auf dem Rücken mit uns herumtragen und nicht einmal richtig sehen können. Und spätestens beim nächsten Versuch dem Thema endlich auf den Grund zu gehen und es bei der Wurzel zu packen und eeeendlich aufzulösen, stehen wir in der Familienaufstellung zum hundertsten mal Mama gegenüber...

Wir haben uns mit unserem alternativen Heilsystem eine wunderbare selbsterfüllende Prophezeiung geschaffen. Alle reden vom Gesetz der Anziehung: Worauf ich schaue, das vermehre ich. Alles hat die Bedeutung, die ich ihm gebe. 

Aber wer wendet dieses Gesetz auch mal auf unsere Heilkunst an? Tun wir nicht alle eigentlich genau das gleiche, wie die Schulmedizin – und geben ihm nur ein anderes Gewand. Wir arbeiten schließlich mit der Aura, den Chakren, Höherer Engerie, Informationen aus der Heilen Matrix. Wir benutzen keine böse Chemie. Die haben wir durch anderes ersetzt.

Ich sage nicht, daß alle diese Heilmittel und -methoden nichts für uns tun können. Im Gegenteil. Sie haben alle ihre Berechtigung und können uns wunderbar auf unserem Weg unterstützen. Und ich bin allemal dafür, mir so weit es geht mit Homöopathie und Tönen zu helfen, statt Onkel Doktor zu konsultieren. Aber wir müssen damit aufhören, sie als Heilsbringer zu sehen, die unser Leben verändern. 

Denn das können wir nur selbst tun, aus freiem Willen. Und die Frage kann nicht länger heißen: „Was ist an mir falsch?“ Es geht vielmehr darum zu erkennen, daß eigentlich gar nichts falsch ist. Lediglich die Perspektive, die wir auf uns und unser Leben haben darf sich verändern. Wir dürfen endlich anfangen, zu sehen was alles gut und wunderbar und richtig an uns und in unserem Leben ist. Jetzt, in diesem Moment. Und es wirklich annehmen, indem wir dankbar dafür sind. 

Es ist Zeit den Schleier des Mystischen, Geheimnisvollen beiseite zu ziehen und das Kind beim Namen zu nennen: Es gibt keine Geheimnis. Die Wahrheit liegt klar und offen vor uns. Eine Million Mal von alten und modernen Lehrer erzählt: 

Wir sind bereits vollkommen, jetzt in diesem Moment. Denn unser wahres Wesen ist göttlich. Es geht nicht darum, daß wir etwas werden müssen. Es geht darum zu erkennen, was wir sind. Und je mehr wir bei uns selbst ankommen, desto deutlicher spüren wir auch die Liebe, die uns mit allem verbindet.

Wir sind also Energie. Und alles, in das ich meine Energie investiere, verstärkt sich. Und wenn ich will, daß mein Leben sich zum Positiven verändert, dann habe ich nur eine Möglichkeit: Meine Aufmerksamkeit auf das zu richten, was gut ist. Mit Liebe und Dankbarkeit. Denn nur dann kommt mehr davon zu mir.

Heilung und Veränderung erreiche ich also nicht, indem ich Krankheit und Stillstand bekämpfe. Nicht indem ich versuche es zu ergründen, um es dann los zu werden. Das ist eine sich selbst nährende Spirale, die mich immer wieder an den Punkt bringt, wo es mehr zu ergründen und mehr loszulassen gibt. 

Und deshalb ist liebevolle und wertschätzende Aufmerksamkeit für mich und meinen Körper das einzige, was mich einem heilen und freudvollen Leben näher bringt. 

Wann wollen wir endlich damit anfangen?

Wenn wir uns weiter bei den Entschuldigungen und Ausreden aufhalten, was uns alles daran hindert, werden wir den Rest unseres Lebens damit verbringen nach Ursachen zu suchen und sie als Grund anführen, warum es uns „jetzt noch nicht“ gut geht. 

Vielleicht lohnt es sich, stattdessen mal etwas Neues zu versuchen: Schau dankbar auf das, was Du wirklich vermehren willst – und es kommt zu Dir. Ganz sicher.

Bist Du bereit dazu?


P.S.: Ich schließe mich hier in das „wir“ auf allen Ebenen ein. Denn ich bin zwar Coach und Therapeut. Genauso viel bin ich aber selbst Client und Patient. Und alles was ich sage, ist aus meiner eigenen Erfahrung in beiden Rollen entstanden.

6. Januar 2016

Der Sinn des Lebens, ist leben

Was ist eigentlich Glück? Was heißt es glücklich zu sein?

Seit Monaten hadere ich mit diesem Wort. Jedes Mal wenn ich es verwende, spüre ich, daß es eigentlich nicht genau ausdrückt, was ich meine. Aber das ist das Dilemma mit Worten. Sie sind nicht mehr als Wegweiser zu dem, was wirklich ist. Und je mehr ich in die Wirklichkeit des Hier und Jetzt eintauche, mir ihrer bewußt werde, desto deutlicher merke ich, daß Worte niemals ausreichen, um sie zu beschreiben.

Und noch etwas kommt dazu: Das Wort Glück ist, wie „Liebe“, „Freiheit“ oder „Gott“ mit unendlich vielen Konzepten und philosophischem Ballast behaftet. Sobald man eines dieser Worte ausspricht, hat jeder etwas anderes dazu im Kopf. 

Für jeden Menschen bedeuten diese Wörter etwas anderes. Sie verbinden ihre Erfahrung, ihre Meinung und religiösen Hintergrund damit und formen in ihrem Geist etwas ganz Eigenes daraus. Und all das ist sofort präsent. Natürlich, so funktioniert Sprache.

Als ich vor etwas mehr als einem Jahr diesen Blog begann, habe ich nach einem Wort gesucht, daß das Ziel meiner Arbeit mit meinen Clienten möglichst gut repräsentiert: Menschen zum Blühen zu bringen. Ihnen zu helfen, ganz bei sich selbst anzukommen, erfüllt, freudig und bewußt durchs Leben zu gehen. Ihr eigenes Glück zu finden, sozusagen – wie auch immer das aussehen mag.  Deshalb der Name GLÜCKSbeschwingt.

Aber das Wort Glück ist so belastet mit Hoffnungen, Ängsten und den unendlichen Versuchen es zu finden und zu halten. Es wird so inflationär benutzt und überall wo man hinsieht, springt es einen an. Als wäre man kein vollständiger Mensch, wenn es einem nicht gelingt, glücklich zu sein. Das Glück scheint so flüchtig.

Und ich bin auch gar nicht mehr so sicher, ob es im Leben überhaupt darum geht, glücklich zu sein. Zumindest nicht so, wie es im Allgemeinen verstanden wird. Das teilt das Leben wieder ein in „erwünschtes/gutes/richtiges“ und „unerwünschtes/schlechtes/falsches“.
Deshalb bekommt mein Blog heute einen neuen Namen. Einen Namen, der viel besser beschreibt, worum es mir geht: lebendigSEIN. 

Denn das ist es, wovon ich glaube, das es wirklich glücklich macht: das Leben zu leben, mit all seinen Facetten, Höhen und Tiefen. Nichts auszuschließen sondern im Gegenteil alles anzunehmen und zu genießen. Ja sogar dankbar zu sein für das, was das Leben uns bietet.

Ich glaube, daß wir genau dazu hier sind: um zu leben. Wirklich zu leben.

Und dazu gehört eben viel mehr, als glücklich sein zu sein im herkömmlichen Sinne.